Le Lieu
Das Dörfchen ist im Jahre 1858 wegen Brandstiftung völlig abgebrannt und besitzt keine nennenswerten Überbleibsel. Seine Geschichte ist jedoch für das Tal von grosser Bedeutung, war doch Le Lieu der erste bewohnte Ort des Vallée de Joux.
In der Antike gab es zwei Routen zwischen dem Genferseebecken und dem benachbarten Frankreich. Die eine war der Engpass in der Nähe von Vallorbe, und die andere führte über Saint-Georges, den Givrinepass und Les Rousses.
Etwas scheint sicher: Nach dem Fall des römischen Reiches war das Tal während mehreren Jahrhunderten unbewohnt.
Als das Christentum zum Durchbruch kam, bildeten sich zahlreiche religiöse Gemeinschaften, viele davon in schwer zugänglichen Orten, wie zum Beispiel in Saint-Claude in Frankreich.
Der Verkehr zwischen Saint-Claude und dem Kloster von Romainmôtier war konstant, und der kürzeste Weg führte durch das Vallée de Joux. Es war eine beschwerliche Route, und daher mussten auf dem Weg Herbergen erstellt werden. Eine dieser Unterkünfte befand sich in Le Lieu.
Don Poncet war der Erste, der sich an diesem Ort Ende des 6. Jahrhunderts niederliess. Dieser Mann des Glaubens war bekannt für seine Tugendhaftigkeit und für zahlreiche Wundertaten.
Die Mönchszelle in Le Lieu entwickelte sich zum aktiven Zentrum des Mönchslebens, als Relais von etwa 900 Geistlichen. Allerdings wurde Romainmôtier um 610 durch die Alemannen zerstört, was das religöse Leben schnell zum Stillstand brachte. Es ist ungewiss, ob die Horden der Alemannen bis in die Talschlucht von Le Lieu vorstiessen, die Ruinen der Bauten sind jedoch auf diese Zeit zu datieren.
Ein einziger Zeuge dieser Epoche hat überlebt: Der Don Poncet-Brunnen.
Heute lebt das Dorf von Industrie und Landwirtschaft. Mehrere weltbekannte Unternehmen aus dem Chronographen- und Uhrmacherbereich sind in Le Lieu zu Hause.
Adresse
Centre Sportif
1347 Le Sentier
Fax +41 (0) 21 854 50 08
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